jeder verkäufer ist mitunter auch jeden tag ein käufer, ein konsument, der dinge und dienstleistungen kauft. dieser wechsel fällt oft relativ schwer. ich ertappe mich immer wieder, dass ich verhaltensmuster am mir selbst merke, die ich ansonsten bei meinen kunden nicht ausstehen kann oder einfach nur lächerlich finde. die bewusste beobachtung der eigenen handlung – zumindest im nachhinein – ist eben keine leichte aufgabe und bedarf der übung. ich halte sie jedoch für einen der wichtigsten faktoren zur weiterentwicklung des verkaufstalents und der persönlichkeit (viel mehr als irgendwelche rhetorikseminare und NLP). witzig ist nur: ich denke, im verkäuferischen bin ich in dem punkt recht weit, als konsument dagegen oft ein greenhorn.
eines will ich nämlich heute aussprechen: es gibt sie, die unausstehlichen, schrecklich anstrengenden, unguten und unverschämten kunden, die energiesauger und zeitdiebe, die einen nur ausquetschen wollen, die einen persönlichen triumph für ihr angeschlagenes ego ziehen wollen, indem sie einen verkäufer erniedrigen oder zur sau machen. letztendlich geht es meistens darum, dass der notwendige respekt (hernady, das hattest du schon einmal, ist dir das wirklich so wichtig??) für eine ausbalancierte beziehung nicht erbracht wird.
ein jeder verkäufer scheitert, der es nicht versteht, den kunden zu respektieren. aber herrgott nocheinmal, auch unser kunde sollte uns ein mindestmaß an respekt entgegenbringen, sonst werden wir uns wieder schwer tun, oder? nicht zuletzt ist das eine große kunst des verkaufens, auch solche, sehr schwierige kunden mittelfristig dafür zu gewinnen, sich auf eine menschliche beziehungsebene mit dem verkäufer einzulassen. hat man das einmal geschafft, ist der respekt auch automatisch da (ich würde sagen , ohne respekt keine beziehungsebene, und das gilt für beide richtungen). aber bei den besonderen härtefällen, also den echten ars……., sollte wir auch nicht zögern, unsere gesunde würde (menschlich und beruflich) zu verteidigen und die herrschaften entsprechend abzufertigen. als biblisches beispiel fällt mir dazu immer der unendlich geduldige und friedvolle jesus christus ein, der die jüdischen händler aus der kirche peitschte – auch ihm war es erlaubt zu sagen: jetzt reicht´s! und noch ein sehr wichtiges detail: sein chef hat es verstanden!
ich wünsche uns allen einerseits, wenige echte härtefälle, anderseits aber auch vorgesetzte, die soviel einfühlsamkeit besitzen, dass ihnen das gesunde selbstbewusstsein eines guten verkäufers mehr wert ist, als ein nicht zustande gekommenes geschäft.


