einkauf vs. verkauf

das ist nach wie vor ein sehr interessantes thema. umlängst hatte ich das glück, mit einer sehr interessanten und erfahrenen persönlichkeit zu diskutieren. er war in den letzten jahren im verkauf, doch davor hat er eine entspr. leitungsposition im einkauf inne gehabt. er kenn also beide seiten aus eigener erfahrung, wer könnte darüber besser berichten als er.

der herr will die kommenden jahre eindeutig im vertrieb bleiben, alleine das sagt ja schon bände, oder? seiner meinung nach ist der verkauf doch wesentlich emotionaler, man erlebt weit mehr erfolge und ist viel mehr eingebunden in das kundengeschehen als im einkauf. selbst wenn es auch im einkauf zunehmend mehr leistungsanreize gibt, wird man doch nie so sehr mit dem unternehmeserfolg in zusammenhang gebracht als im verkauf. ich denke, das ist auch richtig so, denn die schlummernden potentiale im einkauf können nie so riesig sein, wie das potential am markt in der vermarktung ist. nachdem unser kaffee gekommen ist, hat er mich auch darauf hingewiesen, dass man kreativ und eigenständig, also auch initiativ nur im verkauf tätig sein kann (und das soll, bitte, keineswegs eine wertung sein, es ist eine feststellung einer person, die beide seiten kennegelernt hat).

für mich hat eine sache allerdings gefehlt: natürlich sind alle punkte richtig, die er aus seiner erfahrung gebracht hat. mir ist allerdings der “energierucksack” ein wichtiges thema. als verkäufer muss ich in JEDEN termin mit einem rucksack voller energie gehen, denn diese energie brauche ich um mein gegenüber zu begeistern, zu überreden, zu beeindrucken, was immer. diese energie muss ich ihm oder ihr eben dort lassen, denn sonst war mein besuch umsonst. der einkäufer kann diesen rucksack gerne entgegennehmen, jedenfalls kann er/sie sich zurücklehnen und sich begeistern lassen, beeindrucken lassen uä.

im klartext: verkäufer brauchen die weit besseren batterien, sie müssen sich an die immaginäre steckdose stecken können, während sie im auto von einem termin zum nächsten fahren und telefonate erledigen. sie müssen sich wieder aufladen können, selbst wenn der vorhergehende termin komplett daneben ging und der gesprächspartner ein “energiesauger” und ein “zeitdieb” war (2 meiner lieblingswörter, als inoffizielle kundenklassifikation…).

verkauf – der schönere und härtere job also.

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