ich bin ein bekennender verkaufsjunkie. ich bekenne mich dazu, dass das verkaufen zwar sehr anstrengend und immer wieder frustrierend ist, dass man dabei oft bei kunden landet, die einen so gar nicht wollen, dass es mehr druck gibt als sonstwo usw usw usw. ich bekenne mich dazu, dass es trotzdem bei weitem mehr spaß macht und mehr erfüllung gibt und abwechslungreicher ist, als die meisten anderen berufe. deswegen bin ich verkaufsjunkie.
nun ist es so, dass hans und ich derzeit ja in erster linie uns selbst verkaufen, wir haben kein produkt, wie früher, auch keine dienstleistung einer dritten person oder gesellschaft, nein: was wir verkaufen sind wir selbst (gut, ihr habt recht, das ist so gut wie immer der fall, man verkauft sich selbst ja in jeder verkaufssituation immer mit), unser knowhow und unsere arbeitszeit für das versprechen, positive impulse für ein unternehmen zu generieren, sei es durch neues personal, sei es durch verbesserung der firmenkultur oder der marke. letztendlich sind wir tag für tag und sehr intensiv mit verkäuferischen situationen konfrontiert.
und eines ist wirklich auffallend: wann immer wir es als verkäufer mit verkäufern auf auftraggeberseite zu tun haben, also vertrieblich orientierte geschäftsführer, verkaufsleiter, market manager und ähnliches, funktioniert es perfekt, wir wissen, ein jedes gesprochene wort wird verstanden und landet genau dort, wo wir es wollen. das gleiche gefühl habe ich fast immer bei unseren kandidatinnen. das wird liebenswürdigerweise auch immer wieder ausgesprochen “endlich fühle ich mich verstanden”….hingegen in den meisten fällen, wo wir in einer personalabteilung sitzen und unser gegenüber ein personalist ist, haben wir echte schwierigkeiten, unsere message anzubringen. denn wir sind keine psychologen, und fachdidaktik haben wir auch nicht studiert. nein, wir haben die welt da draußen studiert, wir haben gelernt, was da alles dazugehört um mit einer fremden person einen gemeinsamen nenner zu finden – und das relativ schnell und effizient. das lernt man nicht in büchern. und auch nicht in vorlesungen. da treffen 2 welten aufeinander und es ist mitunter nicht immer leicht, hier die brücke zu schaffen. habe ich früher immer wieder mit den jeweiligen controllerabteilungen ein ähnliches gefühl gehabt, so ist mir dieses gefühl erhalten geblieben. in ermangelung einer controllerabteilung (ha ha, das machen jetzt hans und ich selbst….. wer hätte das gedacht….. die würden sich jetzt glaube ich totlachen….) eben in den diversen personalbüros.
es bleibt so wie es ist: verkäufer ticken eben anders. wenn das nicht so wäre, hätten wir eben auch keinen erfolg. und in den personalbüros müssen wir uns halt bemühen, uns noch besser auf den gesprächspartner (oder Innen) einzustellen.


