Archiv für April 2008

personal…, rein persönlich

Montag, 07. April 2008

ich bin ein bekennender verkaufsjunkie. ich bekenne mich dazu, dass das verkaufen zwar sehr anstrengend und immer wieder frustrierend ist, dass man dabei oft bei kunden landet, die einen so gar nicht wollen, dass es mehr druck gibt als sonstwo usw usw usw. ich bekenne mich dazu, dass es trotzdem bei weitem mehr spaß macht und mehr erfüllung gibt und abwechslungreicher ist, als die meisten anderen berufe. deswegen bin ich verkaufsjunkie.

nun ist es so, dass hans und ich derzeit ja in erster linie uns selbst verkaufen, wir haben kein produkt, wie früher, auch keine dienstleistung einer dritten person oder gesellschaft, nein: was wir verkaufen sind wir selbst (gut, ihr habt recht, das ist so gut wie immer der fall, man verkauft sich selbst ja in jeder verkaufssituation immer mit), unser knowhow und unsere arbeitszeit für das versprechen, positive impulse für ein unternehmen zu generieren, sei es durch neues personal, sei es durch verbesserung der firmenkultur oder der marke. letztendlich sind wir tag für tag und sehr intensiv mit verkäuferischen situationen konfrontiert.

und eines ist wirklich auffallend: wann immer wir es als verkäufer mit verkäufern auf auftraggeberseite zu tun haben, also vertrieblich orientierte geschäftsführer, verkaufsleiter, market manager und ähnliches, funktioniert es perfekt, wir wissen, ein jedes gesprochene wort wird verstanden und landet genau dort, wo wir es wollen. das gleiche gefühl habe ich fast immer bei unseren kandidatinnen. das wird liebenswürdigerweise auch immer wieder ausgesprochen “endlich fühle ich mich verstanden”….hingegen in den meisten fällen, wo wir in einer personalabteilung sitzen und unser gegenüber ein personalist ist, haben wir echte schwierigkeiten, unsere message anzubringen. denn wir sind keine psychologen, und fachdidaktik haben wir auch nicht studiert. nein, wir haben die welt da draußen studiert, wir haben gelernt, was da alles dazugehört um mit einer fremden person einen gemeinsamen nenner zu finden – und das relativ schnell und effizient. das lernt man nicht in büchern. und auch nicht in vorlesungen. da treffen 2 welten aufeinander und es ist mitunter nicht immer leicht, hier die brücke zu schaffen. habe ich früher immer wieder mit den jeweiligen controllerabteilungen ein ähnliches gefühl gehabt, so ist mir dieses gefühl erhalten geblieben. in ermangelung einer controllerabteilung (ha ha, das machen jetzt hans und ich selbst….. wer hätte das gedacht….. die würden sich jetzt glaube ich totlachen….) eben in den diversen personalbüros.

es bleibt so wie es ist: verkäufer ticken eben anders. wenn das nicht so wäre, hätten wir eben auch keinen erfolg. und in den personalbüros müssen wir uns halt bemühen, uns noch besser auf den gesprächspartner (oder Innen) einzustellen.

 

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ein richtig guter verkäufer! (fun)

Samstag, 05. April 2008

“wie viele kunden haben Sie heute bedient?”, fragte der geschäftsführer den neuen verkäufer.
“einen.”
“nur einen? für wie viel hat er denn eingekauft?”
“für 82334 euro.”
“waaas? wie haben Sie denn das geschafft?”
“erst habe ich dem kunden einen angelhaken verkauft”, berichtet er, “dann eine rute. anschließend habe ich ihn gefragt, wo er angeln will. ‘unten an der küste’, antwortete er. ‘gut’ sagte ich, ‘dazu brauchen Sie ein boot.’ also verkaufte ich ihm eine kleine jacht. daraufhin meinte er, sein kleines auto würde die jacht kaum schleppen können. so verkaufte ich ihm einen großen wagen.”
“und das alles haben Sie einem mann verkauft, der nur einen angelhaken wollte?”
“nein. eigentlich wollte er nur kopfschmerztabletten haben, weil seine frau starke migräne hatte. da habe ich zu ihm gesagt: ‘ihr wochenende ist doch sowieso schon im eimer. sie sollten besser zum angeln fahren.’

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pushy selling…

Freitag, 04. April 2008

ich habe heute in einem amerikanischen politik- und wirtschaftsmagazin geschmöckert, das bringt mich oft auf gedanken. sie schreiben diese woche über die 10 wichtigsten paradigmenwechsel in den kommenden jahren. da wird z.b. prophezeit, dass der kinostar als beruf ausstirbt, denn in zukunft werden alle filme nur noch computeranimiert sein. naja das schaue ich mir an (im wahrsten sinne..) und siehe da: künftig wird es keine verkäufer mehr geben. der einzug der automatisierten beschaffung von dingen des täglichen bedarfs hat schon begonnen, künftig werden automatisierte kanäle aber auch im beratunsgintensiven verkauf die verkaufsperson verdrängen. willkommen in der dienstleistungsgesellschaft!

eines stimmt natürlich: die informationskanäle, self-service systeme in allen möglichen Belangen ersetzen zunehmend das menschliche gegenüber. in flughäfen stehen die leblosen terminals neben den netten und meist feschen damen, die einen nicht monoton sondern herzlich begrüßen, in manchen supermärkten kann man den einkauf mittels handhelds selbst scannen und beim ausgang bargeldlos bezahlen, und in der zwischenzeit ist wohl das berufsbild eines “tonträgerverkäufers” tatsächlich ausgestorben. künftig wird man nicht einmal ein wort sprechen müssen und der ganze einkauf ist erledigt. klass!

was verkäufer von höherwertigen gütern anbelangt, gibt der artikel herrlich aufschluss. sinngemäß (und bitte nicht in anführungszeichen oder kursiv, ganz normal und ernst gemeint): künftig werden wir keine “pushy salesperson” mehr ertragen müssen!

liebe kollegen und hyperkorrupten bosse über dem großen teich! vielleicht wäre es besser gewesen, nicht jahrzehnte lang das stupide hard-selling-mit-sofortabschluss-und-orgasmus-garantie zu prädigen, vielleicht wäre es besser gewesen, die hire-fire mentalität einmal zurückzufahren und gut vernetzte verkaufsmitarbeiter auch dann als kundenbindung zu behalten, wenn sie gerade 3 monate lang die ziele nicht ganz erreicht haben. Vielleicht wäre es besser gewesen, in allen verkaufsprozessen auch den menschen (ganz egal ob mitarbeiter oder kunde) zu erkennen und nicht ausschließlich an morgen zu denken, denn es gibt auch einen übermorgen! naja, brave new world, wir sind vorbereitet!

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alle wege führen nach rom

Donnerstag, 03. April 2008

mir als italienfan hat dieser satz durchaus eine besondere bedeutung, denn wenn es irgendwie geht, dann verbringe ich gerne zeit beim südlichen nachbarn. vor 2000 jahren meinte man natürlich damit, dass die zentrale der macht, politik, wirtschaft und alles andere in der ewigen stadt war, egal was man erreichen wollte, landete man in rom.

gleichzeitig bedeutet das aber auch: die wege führen alle zum ziel, aber die wege sind in hohem maße unterschiedlich und individuell. ich sehe hier aber auch eine parallelle zum verkauf: ziel ist umsatz, abschluss, ein zufriedener kunde, und dann noch einer und dann noch einer, erfolg für sich und für die firma. die wege dahin, die sind allerdings durchaus unterschiedlich. wir haben hier mit hans des öfteren schon gegen die selbsternannten “überg´scheiten” verkaufsgurus stellung bezogen, die einem weißmachen wollen, wie das spiel funktioniert. kommt das der sache nahe? gibt es denn hier wirklich rezepte, die anwendbar sind, unabhängig davon, wer wo was verkauft? müsste man hier nicht wesentlich mehr auf die individuelle situation, auf die einzelnen rahmenbedingungen bezug nehmen? ähnlich ist es auch mit der Medizin: der schulmediziner in einem krankenhaus, der auf die wehwehchen die immer gleiche chemie verschreibt und dem patienten genau 1 minute 20 sekunden gehör schenkt kann nie und nimmer auf die gründe und individuellen faktoren einer erkrankung eingehen, wie es ein arzt in der homöopathie tut. wir sehen uns als homöopathen und glauben nicht an allseits wirksamen rezepten (ausnahmen bestätigen die regel, auch beim armbruch meiner tochter vor 2 wochen war mir klar, dass sie einen gips kriegt…).

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