Archiv für Dezember 2008

URGENT / eu-kommission braucht brandingexperten

Sonntag, 07. Dezember 2008

ich bin ein absolut überzeugter europäer, ein anhänger der eu mit allen fehlern und problemen. das will ich voraus schicken. und umso mehr tut es weh, wenn es immer wieder zu diversen kritikpunkten kommt, die zweiffellos gerechtgfertigt sind. die eu-kommission braucht drindend ein branding, nämlich in allen richtungen: eine marke nach außen, eine marke nach innen, und allen voran auch ein durchgezogenes brand behaviour projekt.

 

zuletzt konnte ein mittlerer beamter für schlagzeilen sorgen, der den kaffee auf der obersten etage in ein labor schickte, da er ihm schlicht und ergreifend nicht schmeckte. das ergebnis war katastrophal, man konnte diverse schwermetalle feststellen, der kaffee war nicht nur ungeniessbar, sondern krebserregend. hm, lecker! das brisante daran ist in dem fall aber nicht die gesundheitsrelevante seite der geschichte (angeblich ist das wasser in brüssel schuld, oder doch die maschine?). der kaffee stammt aus nagelneuen kaffeemaschinen der italienischen luxuskaffee-maschinenproduzenten le ciambali – man sieht diese maschinen in großen und mondänen cafés all over the world. eine maschine kostet knapp € 10.000,-, die kommission bestellte aber gleich 10 davon (um die internen kaffeewege zu sparen, vielleicht?).

 

ich denke, um das vernichtende bild in der außenwirkung zu sehen, braucht man ledglich ein wenig hausverstand. offenbar geht einem dieser aber verloren, wenn man in eine gewisse position kommt.

die lösung kann ein professionelles und konsistentes branding sein. leute außerhalb vom politik-zirkus, die erzählen, was man tun soll, damit man ein gewünschtes bild im publikum erhält. und daraus dann abgeleitet, wie man sich zu benehmen hat, damit man diesem bild auch gerecht wird. wir stellen uns zur verfügung!!!! (übrigens: auf der krisensitzung der g-8 über ein gemeinsames vorgehen gegen die wirtschaftskrise servierte man rotwein um € 500,- pro flasche. auch nicht ganz geschmackvoll…)

Post to Twitter Tweet This Post

kundenbeirat – genial oder nur ein marketinggag

Mittwoch, 03. Dezember 2008

die commerzbank in deutschland hat einen eigenen kundenbeirat eingerichtet. nach eigenen aussagen den ersten im bankensektor in deutschland. was steckt hinter dieser idee:

 

“ein kundenbeirat ist ein gremium, das sich aus kunden eines unternehmens zusammensetzt und dieses zu allen aus kundensicht relevanten themen berät.”

weiters steht in den statuten der commerzbank:


“ein kundenbeirat trifft sich in regelmäßigen abständen, um kundenrelevante themen aus unterschiedlichen blickwinkeln zu beleuchten, zu diskutieren sowie ideen und anregungen zu entwickeln, die der verbesserung der leistungen und des angebots des unternehmens für den kunden dienen.”

eine geniale idee, um mit kunden in kontakt zu treten, oder doch nur ein marketinggag? ist es eigentlich  nicht selbstverständlich, das ein unternehmen regelmäßig mit seinen kunden spricht? braucht man dazu einen eigenen beirat?

 

grundsätzlich finde ich es eine gute idee. zu hinterfragen sind aber für mich maßnahmen, wie z.b.”ein eigenes bewerberverfahren” für kunden, bei dem die “bewerbungsunterlagen” von der bank zuerst einmal “ausgewertet” werden müssen (so steht es zumindest auf der homepage), oder wenn der “start des beirats” mit ganzseitigen anzeigen “gefeiert” wird.

 

 

ein bißchen riecht somit alles nach marketinggag – und nicht nach authentischer kundenorientierung! eines ist klar:  die reaktion der kunden wird es zeige:   – ist der kunde könig, oder doch nur mittel zum zweck!

 

commerzbank.jpg

Post to Twitter Tweet This Post

wie weit geht authentizität?

Montag, 01. Dezember 2008

zuletzt hatte ich im rahmen eines workshops eine kleine diskussion. wir haben über markengerechtes verhalten gesprochen, über die erwartungen von kunden einer premium marke gegenüber und all jenen, die diese marke offiziell vertreten. und da sind natürlich viele kleinen mosaiksteine aufgetaucht, die allesamt ein großes bild ergeben haben.

 

unter anderem wurde erzählt, dass man ja in der freizeit “die arbeitsmarke” wieder ablegen kann, den anzug ausziehen, die sätze wieder etwas schlampiger formulieren, und über manche erzkonkurrenten das sagen, was man sich wirklich denkt. so ist einem kollegen im lebensmittelgeschäft plötzlich einer seiner besten kunden gegenüber gestanden: unser held war unrasiert und verschwitzt, denn er kam nur kurz von seiner wohnung herunter um semmeln (=brötchen) zu kaufen. er hatte seine hauspatschen an. ihm war das sehr unangenehm, obwohl der kunde keinerlei aussagen in diese richtung getätigt hat. dieser auftritt hätte in seiner offiziellen funktion sicherlich nicht zu seinem ruhm gereicht, aber: hat man denn nicht auch ein anrecht auf eine inoffizielle lebensphase? wie weit lässt man die regeln der arbeit (oder eines arbeitgebers…?) auch in die spärlich verbleibende freizeit hineinregieren? wo verläuft hier eine sinnvolle und für beide seiten vertretbare grenze?

 

im grunde muss man zuerst sagen, authentizität ist ja eine sehr individuelle angelegenheit, denn in erster linie muss man ja zu sich selbst stehen. wenn das persönliche paradigma nicht mit dem der firma, wo man arbeitet, zusammenpasst, ist der fehler woanders passiert und es wird nicht gut möglich sein, diese zwei ebenen mit zwang oder aus falsch verstandener loyaität zueinander zu führen. anders ist die sache aber dann zu beurteilen, wenn der wille zwar da ist, sich anzupassen, aber die einsicht fehlt, dass es notwendig wäre. solche fälle erlebe ich leider auch sehr oft, wobei hier in erster linie das auftreten in der arbeitszeit von mir gemeint ist. dann ist handlungsbedarf gegeben, entweder durch den vorgesetzten (teilweise problematisch aufgrund des hierarchieverhältnisses), oder durch einen externen berater oder coach.

 

und abschließend will ich sagen: wenn einem die premium marke (und eine positiv verstandene premium orientierung) so richtig ins fleisch übergeht, dann wird es auch nicht passieren, dass man mit hauspatschen einkaufen geht, denn dann ist es einem ja selbst ein bedürfnis JEDERZEIT diese orientierung zu leben. nicht der arbeit, sondern der eigenen werteskala wegen.

Post to Twitter Tweet This Post

begeisterung als strategie

Montag, 01. Dezember 2008

wieviele brand manager haben sie in ihrem unternehmen?

 

die meisten antworten mit: “einen“. die richtig guten unternehmen aber würden diese frage mit folgenden satz beantworten: “alle die mit unseren kunden kontakt haben!” eigentlich sollte es keinen zweifel daran geben, dass die mitarbeiter des unternehmens auch als botschafter der eigenen marke fungieren. nur leider zeigen sehr viele studien, dass den meisten mitarbeitern das eigene unternehmen egal ist. von begeisterung schon gar keine spur.

 

“begeisterung entsteht, durch eine dauerhafte, dialogorientierte horizontale und vertikale markenkommunikation mit allen mitarbeitern, die durch konsequentes und authentisches vorleben aller vorgesetzten, in jeder situation, erlebbar ist!”

 

Post to Twitter Tweet This Post