Archiv für den 29. September 2009

Interview: 2 Jahre Menschen im Vertrieb

Dienstag, 29. September 2009

Das folgende Interview wurde mit der Zeitschrift “SteirerMonat” geführt und wird in der Oktober Ausgabe des “BusinessMonat” veröffentlicht:

 

Die Firma Menschen im Vertrieb ist nun mittlerweile seit 2 Jahren erfolgreich tätig und  

versteht sich als Beratungspartner in allen vertriebsrelevanten Themen über die Grenzen  

Österreichs hinaus. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen im Vertrieb der Zukunft?  

 

BACHINGER: Der Vertrieb der Zukunft,  das ist eine sehr spannende Herausforderung,  

denn alternative Vertriebsschienen in der virtuellen Welt oder in der Mobiltelefonie  

nehmen unwiderlegbar zu, während wir aber trotzdem die zunehmende Bedeutung von  

qualifiziertem Vertriebpersonal feststellen können. Generell gilt: der Kunde ist  

wesentlich selbstbewusster und besser informiert als früher, zudem hat er durch den  

massiv verbesserten Informationsfluss auf der Angebotsseite auch weit mehr  

Auswahlmöglichkeiten. Das erfordert im persönlichen Kundenkontakt viel  

professionellere Personen, ja Persönlichkeiten, die diesen Anforderungen gewachsen  

sind. Eine Alibi‐Verkaufsmannschaft zu haben ist heute so gut wie nirgends mehr  

möglich, man muss sowohl in die professionelle Auswahl, aber auch in die laufende  

Qualifizierung und Begleitung der Leute investieren.  

 

 Neben vertrieblichen Beratungsthemen und Positionierungsthemen sind Sie ja auch stark  

im Recruiting von Vertriebsmitarbeitern tätig. Was erwarten gute „Vertriebler“  

heutzutage und wie ist die innerbetriebliche Wertschätzung des Vertriebs generell?  

 

HERNADY: Grundsätzlich haben Jobs im Vertrieb in der breiten Öffentlichkeit nach wie  

vor einen relativ geringen Stellenwert. So wird zum Beispiel eine Position in einer  

Marketingabteilung als wesentlich hochwertiger angesehen, als eine Gebietsvertretung  

oder ein Außendienstjob, das merken wir auch am Bewerberverhalten. Dabei sind  

sowohl Einkommens‐, als auch Entfaltungsmöglichkeiten im Vertrieb generell  

wesentlich besser als in den meisten anderen Sparten in der Privatwirtschaft.  

Beobachtbar ist, dass immer mehr und vor allem die dynamischeren Firmenchefs  

erkennen, dass jedes Unternehmen ausschließlich von dem lebt, was es verkauft und  

nicht was es produziert oder entwickelt. Insofern ist der Verkauf eine der absoluten  

Kernkompetenzen in jeder Firma, und so sollten VerkäuferInnen auch intern behandelt  

werden. Und genau so eine interne Einstellung erwarten gute „Vertriebler“ von einem  

Unternehmen, alle anderen Faktoren kommen dann von alleine.  

 Denken Sie hier an finanzielle Anreize?  

 

 HERNADY: Keineswegs alleine. Natürlich sind Verkäufernaturen monetär interessiert  

und erkennen die Möglichkeiten am Markt schnell. Aber in unserem Beratungsmodell  

„Seller Branding“ gehen wir davon aus, dass sich jede Person in einer Firma wie ein  

Verkäufer bzw. eine Verkäuferin fühlen sollte, vom Portier bis zum Finanzdirektor. Da  

geht es um Einstellungen, um Schwerpunktsetzungen, wie ich mit Kundenanliegen  

umgehe, wie ich auf das Marktgeschehen reagiere und wie ich diese Interessen intern  

kommuniziere. Das ist wie eine Busspur für vertriebliche Interessen und Denkweisen im  

Unternehmen. Das schafft eine Team‐Atmosphäre, finanzielle Anreize geraten plötzlich  

in den Hintergrund.  

 

 Sie meinten, Vertrieb ist eine Kernkompetenz eines jeden Unternehmens. Wie lässt sich das  

dann mit dem Outsourcing­Modell, das Sie anbieten vereinbaren? 

   

BACHINGER: In vielen Fällen sind entweder die unternehmerischen Strukturen, die  

finanziellen Möglichkeiten oder das Verkaufsteam zu einem bestimmten Zeitpunkt im  

Unternehmen nicht vorhanden, um Produkte oder Entwicklungen am Markt  

bestmöglich zu platzieren.   

Auch wird der eine oder andere Markt als zu klein erachtet, um in eine eigene  

Vertriebsstruktur zu investieren ‐ gerade für Firmen im Ausland ist der österreichische  

Markt oft zu klein und zu speziell. Hier treten wir mit unseren über 1.000 gescreenten  

Vertriebsspezialisten auf den Plan und entwerfen ein gemeinsames Modell der  

kompletten Vertriebsübernahme. Die Kosten bleiben fix planbar und sind größtenteils  

erfolgsabhängig. Zudem werden die internen Führungsstrukturen nicht belastet. Der  

Auftraggeber schließt mit uns quasi einen Vertrag über Auftragseingang, nicht über  

neues Personal.    

 

 Wie beurteilen Sie denn die derzeitigen Positivsignale aus der Wirtschaft, die eine baldige  

Erholung nach der Krise einläuten sollte?  

 

 BACHINGER: Eines ist auf jeden Fall festzustellen. Die Angst vor der Zukunft auf  

Entscheiderebene der meisten Unternehmen sitzt nicht mehr so tief, wie vor einem  

halben Jahr. Ob das jetzt mit profunden Wirtschaftsdaten zu untermauern ist oder nicht,  

ist in gewisser Weise auch zweitrangig, denn sobald das Vertrauen in die eigenen  

Stärken wieder da ist, sind auch Aktivitäten und Dynamik seitens der Unternehmen  

wieder da. Und das ist immer gut. Abgesehen davon, für uns war eines immer klar:  

Vertrieb ist immer aktuell, in guten Zeiten, wie in schlechten.   

 

 Vielen Dank für das Interview und alles Gute weiterhin!

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