in der grazer schmiedgasse gibt es die möglichkeit einer kurzen (zeit)reise. im lokal capperi! beamt man sich nach italien, am ehesten südlich der bologna linie. das ist gut für aufgeregte nerven, und mitunter auch für die geschmacksnerven (schwere empfehlung für alle, die einmal nach graz kommen! www.capperi-graz.com).
im capperi habe ich ein hochwertiges magazin über gastronomie gelesen. einige seiten handelten über das thema “frühstück”. einige wirte, cafetiers und hoteliers haben gemeint, beim frühstück lässt sich kein geld mehr verdienen, die ansprüche der gäste sind sehr hoch, die zutaten teuer, die konkurrenz hart und die preistreiberei verrückt. grundsätzlich sind das ja punkte, die einige von uns verkäufern für die jeweils eigene branche auch sagen könnten.
der redakteur befragte dann einen sehr erfolgreichen hotelfachmann und seine (hotelfach)frau. er sagte, er liebt das frühstück selbst und betreibe es in seinem hotel mit großer mühe und aufmerksamkeit. es ist eben ein anderes gefühl, wenn der gast beim zubereiten seines caffé latte zuschauen kann, statt nur auf einen knopf zu drücken, vielleicht fragt er noch was über die kaffeesorte und die röstung. die blumige antwort ist dann schon wie der erste schluck. das brot ist ausschließlich von regionalen guten bäckern, die butter eine unverfälschte bauernbutter, nutella und andere scheußlichkeiten gibt es nur im entlegensten teil des tisches – für die besonders hartnäckigen. bei ihm ist das frühstück ein einträgliches geschäft, kaum ein gast verzichtet darauf, im gegenteil, sie kommen gerade wegen des frühstücks wieder dorthin.
schon interessant, oder? man sagt, die einstellung ist die halbe sache. ich denke, es ist die ganze!
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